
Vom Projekt zur dauerhaften Lösung:
Gelungene Neophytenregulierung in Vorarlberg
Am 20. März fand im Haus am Katzenturm in Feldkirch eine spannende Veranstaltung zum Thema Neophyten-Management in Vorarlberg statt. Unter dem Titel „Vom Projekt zur dauerhaften Lösung: Gelungene Neophyten-Regulierung in Vorarlberg“ gaben die Vortragenden Horst Huber von der Alpenvereinsjugend und Christoph Daxer von der Abteilung Umwelt- und Klimaschutz Einblicke in ein außergewöhnliches Naturschutzprojekt.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie aus einer engagierten Initiative ein nachhaltiges und langfristig wirksames System im Umgang mit invasiven Pflanzen entstehen kann.
Wie alles begann
Das Neophyten-Projekt der Alpenvereinsjugend Vorarlberg wurde 2021 von Horst Huber gestartet. Was als persönliche Initiative begann, entwickelte sich ziemlich schnell zu einem landesweiten Projek: Nach einem erfolgreichen Start wurde es 2022 auf ganz Vorarlberg ausgeweitet – mit dem Ziel, vor allem die Vorarlberger Gemeinden bei der Bekämpfung invasiver Pflanzen zu unterstützen.
Und genau darum ging es auch bei der Veranstaltung in Feldkirch: zu zeigen, wie aus einer Idee ein funktionierendes System werden kann.
Anpacken statt zuschauen
Besonders spannend ist der praktische Zugang des Projekts. Hier wird nicht nur geredet, sondern wirklich angepackt: Schulen, Gemeinden und zahlreiche Freiwillige sind aktiv beteiligt und ziehen gemeinsam los, um Pflanzen wie das Drüsige Springkraut, den Japanischen Knöterich oder die Kanadische Goldrute zu entfernen.
Gerade die Einbindung von Kindern und Jugendlichen spielt eine große Rolle – sie lernen direkt vor Ort, warum diese Pflanzen problematisch sind und wie Naturschutz ganz konkret aussehen kann.
Zahlen, die sich sehen lassen können
- über 2.300 Mitwirkende
- mehr als 10.000 Stunden Einsatz
- rund 56 Tonnen entfernte Pflanzen
- Kartierungen in 58 Gemeinden
Diese Zahlen zeigen ziemlich eindrucksvoll, wie viel möglich ist, wenn man gemeinsam an einem Strang zieht.
Und wie geht’s weiter?
Ein großes Thema an diesem Nachmittag war natürlich die Zukunft mit der Frage wie es weiter gehen soll. Denn das Projekt wurde offiziell bis 2025 von Horst begleitet und nun besteht die Herausforderung darin, die aufgebauten Strukturen langfristig zu sichern.
Die Idee: Aus einem erfolgreichen Projekt eine dauerhafte Lösung machen. Ganz so einfach ist das allerdings nicht, denn eine professionelle Weiterführung steht aktuell noch aus. Umso wichtiger ist es, das bestehende Netzwerk weiter zu stärken und neue Wege für die Zusammenarbeit zu finden.
Hast du auch schon etwas gegen invasiven Pflanzen in Vorarlberg unternommen? Lass es uns gerne in den Kommentaren wissen, wo du schon unterwegs warst.
Einblicke in einen spannenden Nachmittag
Wusstest du,
dass sich invasive Neophyten in Vorarlberg so rasant ausbreiten, weil Arten wie das Drüsige Springkraut ihre Samen explosionsartig mehrere Meter weit schleudern oder der Japanische Staudenknöterich sogar aus winzigen Wurzelstücken wieder nachwachsen kann – und beide zudem kaum natürliche Feinde haben, was ihnen einen enormen Wachstumsvorteil gegenüber heimischen Pflanzen verschafft?
Naturschutz | naturschutz@alpenverein-vlbg.at
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