Die anhaltende Trockenheit stellt auch die Wasserversorgung unserer Alpenvereins-Schutzhütten in Vorarlberg zunehmend vor große Herausforderungen. Aktuell sind von sieben Schutzhütten bereits drei von Einschränkungen bei der Wasserversorgung betroffen, bei einer unserer Hütten führte die Wasserknappheit bereits zu einer reduzierten Stromversorgung.
Wasser ist das wichtigste Gut einer Schutzhütte. Unsere Hütten sind auf eigene Quellen angewiesen. Wenn eine Quelle kein oder nur noch sehr wenig Wasser liefert, hat das weitreichende Folgen: Die Hütte muss aufwendig vom Tal aus mit Wasser versorgt werden – und das ist nur über einen begrenzten Zeitraum möglich. Sollte die Trockenheit über längere Zeit anhalten, können vorübergehende Hüttenschließungen nicht ausgeschlossen werden.
Wasser bedeutet auf der Hütte weit mehr als Trinkwasser
Die Wasserversorgung ist unmittelbar mit der gesamten Infrastruktur einer Schutzhütte verbunden. Ohne ausreichend Wasser kann bei manchen Hütten auch die Stromversorgung nicht mehr aufrechterhalten werden. Ebenso sind die Abwasseranlagen auf Wasser angewiesen. Unsere halbbiologischen Kleinabwasserbeseitigungsanlagen können ohne ausreichende Wassermengen nicht ordnungsgemäß betrieben werden, dies betrifft natürlich unsere WC-Anlagen und aber auch den Küchenbetrieb.
Wie aufwendig die Versorgung im Ernstfall ist, zeigen aktuelle Beispiele:
• Heinrich-Hueter-Hütte: Die Hütte ist bereits seit mehreren Jahren von der Wasserknappheit betroffen, gerade wenn auch die Alpe Bezug nimmt wird das Wasser nochmals weniger, da nicht nur wir Menschen auch die Kühe extrem viel Wasser/ Tag benötigen. Wenn die Quelle versiegt, muss Brauchwasser mit Traktor und Tank vom Tal zur Hütte transportiert werden. Die Waschräume sind aktuell geschlossen!
• Freschen Haus: Aufgrund der aktuellen Situation musste das Freschen Haus vergangene Woche bereits mit mobilen Toiletten und Brauchwassertanks per Hubschrauber versorgt werden. Die Quelle versiegte und wir mussten auch die WC-Anlagen komplett schließen.
• Sarotla Hütte: Bei geringer Quellschüttung reicht die verfügbare Wasserkraft bzw. Energieversorgung nicht mehr aus. Dann muss zusätzlicher Strom über ein Aggregat erzeugt werden. Auch der dafür notwendige Treibstoff muss in solchen Situationen per Hubschrauber zur Hütte transportiert werden.
• Lustenauer Hütte: Auch hier mussten wir Anfang August mit einer zusätzlichen Wasserversorgung starten.
• Tilisuna Hütte: Hier konnten wir im Gegenzug der Alpe mit Wasser für die Versorgung ihrer Tiere aushelfen, auch das gibt es.
Diese Maßnahmen sind nicht nur logistisch aufwendig, sondern verursachen auch erhebliche Kosten und zusätzliche Umweltbelastungen.
Was können Besucherinnen und Besucher selbst beitragen?
Wir beschäftigen uns bereits seit einigen Jahren intensiv mit einem möglichst sparsamen und verantwortungsvollen Umgang mit Wasser und sensibilisieren auch unsere Gäste dafür. Denn auf einer Schutzhütte ist Wasser keine selbstverständlich und keine unbegrenzt verfügbare Ressource.
Jeder einzelne Gast kann einen wichtigen Beitrag leisten:
• Duschen ist auf einer Schutzhütte absoluter Luxus und sollte nur im unbedingt notwendigen Fall erfolgen
• Beim Zähneputzen und Waschen das Wasser immer wieder abdrehen und nicht unnötig laufen lassen
• Auch beim Händewaschen den Wasserhahn zwischendurch schließen
• Hinweise des Hüttenpersonals zum Wasserverbrauch unbedingt beachten
• Generell gilt: Wasser bewusst und sparsam verwenden
Was zu Hause selbstverständlich erscheint, ist auf einer Schutzhütte eine kostbare Ressource, die mit großem Aufwand gewonnen, gespeichert, aufbereitet und bei Bedarf sogar vom Tal heraufgebracht werden muss
Wir müssen uns auf die Zukunft vorbereiten!
Wir arbeiten laufend daran, neue Quellen zu finden und bestehende Quellen möglichst nachhaltig zu fassen. Gleichzeitig beschäftigen wir uns mit redundanten, umwelt- und klimafreundlicheren Lösungen, um auch in akuten Situationen die Versorgung unserer Hütten möglichst sicherstellen zu können.
Doch eines muss uns allen bewusst sein: Die Maßnahmen zur Sicherstellung der Wasserversorgung, die wir auch heuer bereits durchführen mussten, kosten teilweise enorme Summen. Jeder zusätzliche Transport mit Traktor oder Hubschrauber bedeutet einen erheblichen finanziellen und ökologischen Aufwand.
Deshalb ist es umso wichtiger, dass auch unsere Besucherinnen und Besucher ihren Teil dazu beitragen. Ein bewusster und sparsamer Umgang mit Wasser hilft unmittelbar dabei, unsere Schutzhütten offen und funktionsfähig zu halten.
Wir bitten daher um Verständnis, Rücksicht und Unterstützung! Unsere Schutzhütten sind besondere Orte, die nur funktionieren können, wenn wir ihre natürlichen Ressourcen respektieren und sorgsam mit ihnen umgehen.
Vielen Dank für das Verständnis aller und für die gute Zusammenarbeit in der Zukunft! Lasst uns gemeinsam Verantwortung übernehmen – für unsere Schutzhütten, für unsere wertvollen Wasserressourcen und für ein gemeinsames Leben mit und nicht nur in der Natur.
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